STEMS – das neue Format für DJs

IMG_0773K Links Kontrol D2, daneben Kontrol F1

Stems sind eine Audio-Spezifikation, die in diesem Jahr von Native Instruments als offener Standard veröffentlicht wurde.

Diese Spezifikation basiert auf dem Multimediacontainer “mp4″*, der fünf Tonspuren (je 2 Kanäle – Stereo) beinhalten kann.

Dabei enthält Tonspur 1 den “Master”, die Spuren 2 – 5 i.d.R. Drums, Bass, Melodie und Gesang separat.

Bildschirmfoto 2015-10-05 um 14.48.25 Ansicht in Quicktime Player 7

Bildschirmfoto 2015-10-06 um 13.10.54Ansicht in MediaInfo (Anzeige Metadaten): Hier Encoding AAC, VBR – der Wert bei Kbps ist der kleinste in der jeweiligen Spur vorkommende.

Bildschirmfoto 2015-10-06 um 13.15.49Detailansicht in MediaInfo – Spur 1 geöffnet.

Die bislang nur von Native Instruments hergestellte Soft- und Hardware ermöglicht es den DJs nun, einen Track gesondert nach Spuren zu mixen oder mit Effekten zu versehen. Die Spuren sind allerdings nicht in der Software erkennbar, sondern nur in den Displays der Stem-fähigen Controler von NI: Kontrol D2, S5 und S8, zudem ohne Display in Kontrol F1 via Performance Pads.

Bildschirmfoto 2015-10-06 um 08.59.18Ansicht in Audacity 2.1.0; dazu muss (unter Mac OS X) FF-mpeg installiert sein.

Erstellen kann man Stems selbst mit dem kostenlosen Stem Creator von Native Instruments.

Meine erste Erfahrung: mit nur zwei Stems in den Decks kann man soviel drehen, schieben und modifizieren, dass die ursprünglichen Tracks völlig neu konstruiert werden können, die Titel für den Hörer praktisch nicht mehr erkennbar 🙂
Insbesonders für Freunde von “MashUps” tun sich hiermit neue Horizonte auf.

Stems Kaufen

Die Katze im Sack? Wie in den meistens Onlineshops üblich, lassen sich auch bei Stems ca. 30 Sekunden bis 1 Minute “testhören”.

Beatport hat sogar einen “Stemplayer” integriert, mit dem sich nicht nur der Master vorhören lässt, sondern auch einzelne (oder alle) Stemspuren stummstellen lassen.

Bildschirmfoto 2015-10-16 um 10.26.07

Zur Verwaltung von Stems würde ich mir wünschen, dass die mp4s mit dem entsprechenden Genre getagged sind. Bei meinen bislang gekauften (bei beatport und bleep) ist das nicht der Fall.

  • *da mp4 auf dem Apple-QuickTime-Dateiformat beruht, sollten Windows-Rechner mit Quicktime ausgerüstet sein.